Jugendhilfe im Lebensfeld (JuLe)

Kinder und Jugendliche haben sowohl mit ihren eigenen Ansprüchen, als auch mit Anforderungen seitens Eltern und Schule fertig zu werden.

Kombiniert mit einem riesigen Freizeit- und Medienangebot führt dies bei vielen zu Orientierungsschwierigkeiten, wenn nicht gar zu auffälligen oder gefährdenden Verhaltensweisen. Mit JuLe bieten wir eine familienintegrierende Betreuungsform, durch die wir in der Lage sind, den Auswirkungen dieser Zeiterscheinungen die Stirn zu bieten. 

Das Angebot, bei Schwierigkeiten im Alltag gezielt und fachlich fundiert unterstützt zu werden, gleichzeitig eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten nutzen zu können ohne ins Heim zu müssen, ist sehr erfolgreich und wird auch von den betroffenen Kindern, Jugendlichen und deren Eltern sehr geschätzt. Die enge Zusammenarbeit mit der Familie durch Kooperation und Einbeziehung familiärer Stärken und Vorteile, lässt ein wirksames Aufarbeiten der Probleme wie Unkonzentriertheit, Lernstörungen, Gruppenunfähigkeit oder Unzuverlässigkeit in unterschiedlichsten Ausprägungen zu.

Die Betreuungsformen sind auf die verschiedenen Problemstellungen der Kinder/Jugendlichen und Familien zugeschnitten. Sie unterscheiden sich in Kontinuität, Intensität und in der Einzel- oder Gruppenbetreuung. 

  1. 1. Die Tagesgruppe 
  2. Bei sehr starken Störungen der familiären Strukturen, bei Kindern mit ausgeprägten Konzentrationsschwierigkeiten oder extremer Gruppenunfähigkeit setzt die Tagesgruppe an. Die Kinder werden täglich nach der Schule bis zum Abend in gleichbleibenden Gruppen betreut. Im Vordergrund steht die Gruppenpädagogik, nicht die Einzelbetreuung: Gemeinsam essen, lernen, spielen und entspannen, liebevolle Zuwendung und kontinuierliche Tagesabläufe führen schon nach einigen Wochen zu deutlichen sozialen und schulischen Lernerfolgen.
     
  3. 2. Soziale Gruppenarbeit 
    Die Betreuung in sozialer Gruppenarbeit empfehlen wir bei Kindern mit Konzentrationsschwierigkeiten, mangelnder Ausdauer und starker Unzuverlässigkeit. Voraussetzung ist, dass sich die Kinder in einem tragfähigen familiären Beziehungsnetz befinden, in dem vertrauensvoll miteinander umgegangen und die ausreichende Versorgung der Kinder gewährleistet wird. Die Kinder sind an einem oder zwei Tagen pro Woche nach der Schule bis abends bei uns. In wechselnden, offenen Gruppen lernen sie Verantwortung zu übernehmen, spielerisch Problemlösungen zu entwickeln und sich anhaltend zu konzentrieren. Sehr wichtig ist die Kooperationsbereitschaft der Familie und das Vorhandensein von zeitlichen Ressourcen für die Beschäftigung mit den Kindern. In der individuell zugeschnittenen sozialen Gruppenarbeit verfolgen wir das präventive Ziel, größere Probleme und Auffälligkeiten zu vermeiden. 
     
  4. 3. Die individuelle Hilfe
    Gruppenunfähige Kinder und Jugendliche, die sozusagen notorisch auf Konfliktkurs gehen, weghören statt zuhören, die harmonische Situationen zerstören, sich eher aggressiv verhalten und die möglicherweise wegen unzureichender Freizeitaktivitäten ins Straucheln geraten, zum Drogenkonsum tendieren oder Probleme bei der Berufsfindung zeigen, betreuen wir im Alltag einzeln. In Gesprächen, z.B. in der Pro JuLe-Einrichtung, zu Hause oder im Jugendhaus, bauen wir Vertrauen auf und helfen, die Tagesprobleme zu bewältigen. Die jungen Menschen lernen Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und die Eingliederung in soziale Strukturen und Gruppen. Gemeinsam mit der Familie entwickeln wir Lösungsansätze zur schulischen und beruflichen Orientierung, beim Ablöseprozess von Zuhause und bei Beziehungs- und Partnerkonflikten. Diese individuelle Hilfe setzt sich bei Bedarf in der Tagesgruppe oder in der sozialen Gruppenarbeit fort und in Notsituationen auch in der Tag- und Nachtbetreuung. 
  5.  

Förderzentrum im Lebensfeld
Förderzentren machen es möglich, ohne Ortswechsel von einem Hilfeangebot in ein anderes zu wechseln. Die Hilfe kann in sehr feinen Nuancen abgestimmt werden, denn hier sind mehrere Hilfeangebote zusammengefasst – feste Angebote, die inhaltlich voneinander abweichen oder die sich ergänzen. Wer Hilfe benötigt, hat das passende Alternativangebot also meistens gleich vor Ort.
Förderzentrum Bad Rappenau
Hier sind drei Angebote zusammengeführt: die Soziale Gruppenarbeit, mit nur stundenweiser Betreuung, die Tagesgruppe, zum Teil mit Nachtbetreuung, und die Erziehungsbeistandschaft.

Ansprechperson

Jochen Enchelmaier
Fachbereichsleitung
Bahnhofstrasse 50
75031 Eppingen