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28.03.2017

„Für das Internet gibt es kein Radiergummi“

Aufklärungsvortrag zum Thema Medienerziehung – Gefahren in sozialen Netzwerken.
Im vollbesetzten Willi-Häcker-Haus konnte Schulleiter der Christian-Heinrich-Zeller-Schule (CHZ-Schule), Friedrich Frey, Eltern, Erzieher und Lehrer zu einem interessanten Vortrag zum Thema Medienerziehung – Gefahren in sozialen Netzwerken, begrüßen. Der Abend mit dem Referenten, Polizeikommissar Peter Lorenz, wurde von der CHZ-Schule zusammen mit dem Elternbeirat initiiert.

Pro Woche gibt es knapp eine halbe Million Mobbing-Opfer an deutschen Schulen. Dabei befürchtet Lorenz, dass die Dunkelziffer im Bereich von weiteren zweihunderttausend Opfern liegt. Durch die zunehmende Digitalisierung besitzen mittlerweile 96 Prozent der Kinder ab 12 Jahren ein Smartphone. Daraus habe sich die Form des Cybermobbings entwickelt, 30 – 40 Prozent aller Schüler seien davon betroffen.

Oft wird Mobbing auch mit normalen Streitigkeiten verwechselt. Daher sei es für Eltern oft schwierig, Situationen von Mobbing richtig zu erkennen, obwohl es eindeutige Merkmale dafür gebe. Charakterliche Veränderungen oder Leistungsabfall gehören dazu, genauso wie sozialer Rückzug, Introvertiertheit, seelische Depressionen oder psychosomatische Störungen.

„Im Netz verbergen sich Menschen, die was ganz anderes sind als das was sie eigentlich sind“ so Lorenz, daher soll man sich vor solchen Menschen schützen.  Lorenz gibt dazu wertvolle Tipps. Nicht zurück schreiben – ignorieren, Verstöße melden  oder die Handynummer wechseln sind nur einige davon.

„Für das Internet gibt es kein Radiergummi“ erklärt Lorenz. Inhalte verbreiten sich rasant und sind nicht kontrollierbar, da sie von anderen Nutzern gespeichert, verändert und weiterversendet werden können. Die Kinder  und Jugendlichen können sich nicht vorstellen was für Folgen es haben kann, wenn sie zum Beispiel viel zu viel Privates von sich im Internet preisgeben. Die Eltern müssen daher ihre Kinder besser aufklären. Durch das Internet und die sozialen Netzwerke „sind wir gläsern, transparent geworden“.

Bei der Opfer-Täter Beschreibung ist für Lorenz schnell klar, dass man vor allem die Opfer stärken und den Tätern helfen müsse, ihr Aggressionspotential abzubauen. Außerdem solle den Kindern und Jugendlichen wieder mehr das Mitgefühl für andere Menschen und das Unrechtsbewusstsein, zu seinen Fehlern zu stehen,  bei gebracht werden.

Zum Schluss bedankte sich Schulleiter Friedrich Frey „für all die Beispiele, für das Aufrütteln, Nachdenken, Mahnen und Zusprechen“ bei Polizeikommisar Lorenz sehr herzlich.

Aufklärung der Kinder und Jugendlichen
Niemand möchte peinliche oder herabwürdigende Inhalte von sich im Internet sehen. Es ist demütigend. Deshalb ist es wichtig Aufklärung zu betreiben, wie es die CHZ-Schule zusammen mit dem Elternbeirat getan und initiiert hat. Sie verschließen sich dem Thema nicht, sondern gehen es aktiv an. Mit dem Polizeikommissar Peter Lorenz wurde ein ausgewiesener Fachmann im Bereich Prävention, Vorbeugung von Straftaten, Mobbing und insbesondere Cybermobbing, gefunden.

Was ist eigentlich Cybermobbing? Cybermobbing ist eine Sonderform des Mobbings, es sind lediglich nur andere Methoden, die die Täter verwenden. In der scheinbar anonymen virtuellen Welt ist die Hemmschwelle sehr gering einen Angriff auf andere zu initiieren. Beim Cybermobbing sind die Täter weder räumlich noch zeitlich begrenzt, das heißt sie können rund um die Uhr überall aktiv sein. Die Inhalte verbreiten sich rasant im ganzen Internet und sind nicht kontrollierbar, da sie von anderen Nutzern gespeichert, verändert, weitversendet oder auch wo anders hochgeladen werden können. Die Täter handeln meistens aus Spaß oder kompensieren damit ihre eignen Probleme. Sie ringen nach Aufmerksamkeit.

Durch die Digitalisierung wachsen die Kinder und Jugendlichen schon von klein auf mit dem Internet und den damit verbundenen Möglichkeiten auf. Das sollte jedoch nicht als generellen Nachteil ausgelegt werden. Sondern durch Aufklärung, ein Bewusstsein geschaffen werden, dass sie bewusster ihre Entscheidungen treffen können, wenn sie im Internet Inhalte veröffentlichen.

Kontaktadresse:
Herr Andreas Werner
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0 72 62) 25535-3050
oeffentlichkeitsarbeit@djhn.de

 

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